Hardi Feldspritze

Neue chemische Wirkstoffe

„Es gibt für jeden Bedarf den passenden Hardi-Sprüher“, hieß es in einer Anzeige aus dem Jahr 1960. Ziel war die Unkrautbekämpfung in Rübenreihen und Kartoffelfeldern. Die mühsame Methode bestand natürlich darin, das Unkraut per Hand und mit der Hacke zu jäten. Um 1900 kamen jedoch neue chemische Mittel in die Landwirtschaft. Zunächst war es Blaustein, später kamen auch andere Herbizide hinzu.

Ursprünglich wurden die Chemikalien mit Pferdewagen auf die Felder transportiert und von dort aus in eigens dafür vorgesehenen Fässern ausgebracht. Traktoren ermöglichten es, die Herbizide viel schneller und auf viel größeren Flächen auszubringen als zuvor. Dafür waren jedoch effiziente Feldspritzen erforderlich, die auf den Traktor montiert werden konnten.

Es war ein Gärtner aus Seeland, der das Problem für dänische Landwirte mit der Erfindung einer Pumpe mit zwei Ventilen löste. Der Gärtner hieß mit Vornamen Hartvig, und von da an war es offenbar nicht weit, das Pumpensystem „Hardi“ zu nennen und in Produktion zu bringen. Die Pumpe selbst mit einem acht Meter langen Ausleger, dessen Düsen die Chemikalien versprühten, war um 1960 für 600 Kronen zu haben. Dazu gehörte auch ein Tragegestell. Es diente für das Fass mit den Chemikalien, in das der Landwirt selbst investieren musste. Später erweiterte das Gärtnerunternehmen das Konzept um noch größere Pumpen und dazugehörige Behälter, die bis zu 1.000 Liter Herbizid in einer Portion fassen konnten.

Auch die Ausleger wurden immer länger, sodass größere Flächen mit einem Streugang abgedeckt werden konnten. Aus demselben Grund war es nicht mehr möglich, den Giftbehälter einfach an den Traktor anzubinden. Stattdessen wurden nun Anhänger mit größeren Giftbehältern und an den Traktor anhängbaren Sprühanlagen produziert.

Hardi-Feldspritze aus der Sammlung des Green Museum
Hardi Feldspritze aus der Sammlung des Grünen Museums. Feldspritze zur Montage an der Hebebühne und Kraftübertragung des Traktors. Der Tank besteht aus Kunststoff, ist quadratisch mit abgerundeten Ecken und fasst ca. 1000 Liter Flüssigkeit. Die Spritze hat eine Arbeitsbreite von ca. 10 Metern.