Der Feldstein und der Steinzaun

Vom Feld zum Zaun

Wenn der Bauer in den Jahren vor der Reformzeit seine eigenen oder die Felder des Gutsbesitzers pflügte, musste er nicht nur die Geschwindigkeit reduzieren, um mit der Axt alte Baumwurzeln wegzuschlagen oder den schweren Radpflug um die unzähligen Pfützen auf dem Feld herumzulenken. Ein drittes und ebenso schwieriges Hindernis waren die vielen großen Steine, die verstreut auf den Feldern lagen.

Schon im 17. Jahrhundert argumentierten weitsichtige Menschen, man könne die Steine auf den Feldern sammeln und wiederverwenden, um daraus Steinzäune zu bauen, die als Einfriedungen für Felder, Wiesen und Wälder dienen könnten. Die Arbeitsweisen und Traditionen der Dorfgemeinschaft gerieten jedoch in jeder Hinsicht in Konflikt. Da die gemeinsamen Felder im Dreifeldersystem jährlich abwechselnd bewirtschaftet und für Viehweiden brachliegen, war der Bau fester Zäune nicht sinnvoll. Der Bau von Steinzäunen zwischen den vielen kleinen Parzellen der einzelnen Bauern hätte zudem die Fahrt und die Feldarbeit verlangsamt und erschwert.

Erst mit dem Austausch landwirtschaftlicher Flächen unter den einzelnen Bauernhöfen und dem Aufkommen immer mehr selbstständiger Landwirte entstand ein echter Anreiz, mit der Steinrodung der Felder zu beginnen. Nun musste nur noch der Bauer selbst und nicht mehr ein ehrgeiziger Grundbesitzer oder das ganze Dorf berücksichtigt werden. Jedes Stück des neuen und oft teuer erworbenen Landes musste genutzt werden. In Faaborg hatten 1784 50 Bauern so viele Steine von ihren Feldern entfernt, dass sie alle genug Steine hatten, um ihre neuen Felder mit Steinzäunen einzuzäunen. Im Zusammenhang mit dem Landtausch in den Provinzen Frederiksborg und Kronborg sammelten die Bauern genügend Feldsteine, um Steinzäune mit einer Gesamtlänge von etwa 98 km zu bauen.

Rodung des Feldes und Aufstellung des Steinzauns. Gemälde von Rasmus Christiansen.
Das Feld roden und den Steinzaun aufstellen. Gemälde von Rasmus Christiansen zur Geschichte der Stabskapelle für die Landwirtschaftsausstellung in Bellahøj im Jahr 1938.