Die Pflugschar

Ein technologischer Sprung

Der Radpflug ist möglicherweise eine chinesische Erfindung, die bereits im 5. Jahrhundert in Europa eingeführt wurde. Hier dominierte er über 700 Jahre lang die Feldarbeit. Die Bedeutung des Radpflugs für die dänische Landwirtschaft war in jeder Hinsicht revolutionär und lässt sich nur mit der Einführung des grauen Ferguson-Traktors nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichen. Doch was konnte der Radpflug?

Zunächst einmal war der Radpflug ein technologischer Sprung, insbesondere im Vergleich zu anderen, primitiveren Pflugtypen. Diese Pflüge konnten den Boden zwar aufkratzen, ihn aber weder lockern noch wenden. Der Radpflug hingegen konnte dies. Zu seinen Besonderheiten gehörte das Messer oder lange Eisen, das einen senkrechten Schnitt in den Boden schnitt und Pflanzenwurzeln und Unkraut ausriss. Hinzu kam die Pflugschar, die den Boden lockerte, und schließlich der Maulwurfshügel, der die angeschnittene Erde zur Seite kippte. Aus diesem Grund genügte es, das Feld einmal zu pflügen. Auch die zu pflügenden Felder veränderten ihren Charakter, da der Radpflug so schwer war, dass er sich nur schwer wenden und somit die Ecken eines quadratischen Feldes nur schwer erreichen ließ. Die Lösung bestand stattdessen darin, die Felder in langen Streifen anzuordnen. Dadurch waren die Ecken weit entfernt, und man musste den Radpflug nicht so oft wenden.

Gemälde von Rasmus Christiansen aus dem Jahr 1938. Das Gemälde zeigt das Pflügen mit Radpflügen auf einem Herrenhaus.
Gemälde von Rasmus Christiansen aus dem Jahr 1938. Das Gemälde zeigt das Pflügen mit Radpflügen auf einem Herrenhaus.

Teuer und hoffnungslos veraltet

Der Radpflug war ein schweres Ackergerät, für das bis zu acht Pferde oder mindestens ebenso viele Ochsen als Zugkraft und zwei Pflüger benötigt wurden – einer zum Lenken des Pfluges und einer zum Führen der Zugtiere. Das Pflügen mit einem Radpflug war daher sehr ressourcenintensiv, und die vielen Holzteile mussten oft repariert oder ersetzt werden. Aus diesem Grund schlossen sich oft mehrere Bauern oder sogar ein ganzes Dorf zusammen, um in einen solchen Radpflug zu investieren.

In den 1770er Jahren hielten reformorientierte Landbesitzer und die Wissenschaftler der Königlich Dänischen Landwirtschaftsgesellschaft den Radpflug für teuer und hoffnungslos veraltet. Kurz gesagt: Er war ein echtes Hindernis auf dem Weg zu einer effizienteren und zuverlässigeren dänischen Landwirtschaft. Hier war der leichte Schwingpflug sowohl effizienter als auch zeitsparender in der Anwendung. Alte Gewohnheiten ließen sich jedoch nur schwer ablegen, sodass der Radpflug erst in den 1850er Jahren dem Fortschritt vollständig weichen musste.